Stolperfalle Kinderbekleidung - Wie lassen sich Risiken im Vorfeld ermitteln?

Beschreibung und Zielsetzung

Kinderbekleidung stellt 2018 mit 176 Rapex-Meldungen aufgrund mechanisch-physikalisch begründeter Risiken immer noch eine der Produktgruppen dar, die im Fokus der Marktaufsicht steht.

Mit der Norm DIN EN 14682 wurden die Regelungen für den Einsatz von Kordeln und Bändern an Bekleidung für Kinder bis zu einem Alter von 14 Jahren harmonisiert. Aber auch Kleidungsstücke und Accessoires, die nicht in den Anwendungsbereich der Norm fallen, müssen auf ihr Gefahrenpotenzial hin geprüft und entsprechend behandelt werden. Ansonsten drohen empfindliche Sanktionen: Produktverantwortliche können entsprechend des deutschen Produktsicherheitsgesetzes rechtlich zur Verantwortung gezogen werden, wenn ihre Artikel nicht die geltenden Sicherheitsanforderungen erfüllen und hierdurch Unfälle verursacht werden.


Inhalte

In unserem Seminar erhalten Sie zunächst einen Überblick über die rechtlichen Grundlagen der EU zur Verpflichtung, Risikoanalysen und -bewertungen durchzuführen:

  • gesetzliche Anforderungen an Kinderbekleidung
  • Definition vorhersehbare Verwendung / Risikobewertung
  • Produkthaftung: Sanktionen bei Verstößen

Da bei der Risikobewertung von Kinderprodukten die Entwicklung und das Spielverhalten eine entscheidende Rolle spielen, erfahren Sie im zweiten Seminarteil, wie Sie den Perspektivwechsel zur Sicht eines Kindes vornehmen:

  • Kindliche Entwicklungsphasen
  • Wie spielen, lernen und entdecken Kinder die Welt?
  • Kompetenzentwicklung von Kindern

Im dritten Teil wird auf der Basis der RAPEX-Meldekriterien "hohes Risiko" bzw. "ernstes Risiko" der Zusammenhang zwischen Auftretenswahrscheinlichkeit eines Unfalls und dem Schweregrad von Verletzungen hergestellt. Zugrunde gelegt werden hierbei ausführliche und frei zugängliche Tabellen, die im "Leitfaden für die Risikobewertung von Verbraucherprodukten" die Basis bilden:

  • Risiko, Gefahr und Schaden: Begriffsabgrenzungen; Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß
  • Risikobewertung Schritt für Schritt:
    1. Produktbeschreibung und Ermittlung potentieller Gefahrenquellen
    2. Identifizierung von Gefahren anhand von Prüfungen und Normen
    3. Gefährdete Verbraucher
    4. Verletzungsszenarien
    5. Schweregrad von Verletzungen
    6. Wahrscheinlichkeit von Verletzungen
    7. Bestimmung des Risikos
    8. Vom Risiko zu Folgemaßnahmen

Abschließend wird im Workshop-Teil gemeinsam eine Risikobewertung durchgeführt.


Zielgruppe

Produktverantwortliche, Qualitätsentwickler, Einkäufer, Designer und Verantwortliche für Risikomanagement aus Unternehmen, die Kinderbekleidung herstellen oder vertreiben.


Über den Referenten / die Referentin

Kristina Baldin-Erbe

Dipl. Ing. (FH) für Bekleidungstechnik mit DGQ-Abschluss Qualitätsbeauftragte und interne Auditorin, ist seit Januar 2013 bei Hermes Hansecontrol als ausgewiesene Expertin für Prozess- und Qualitätsmanagement in der textilen Wertschöpfungskette für Schulungen und Seminare zuständig. Zuvor fungierte sie für das Prüfinstitut Hansecontrol als Qualitätsberaterin und Trainerin.
Ihre Kernkompetenz umfasst das Prozess- und Qualitätsmanagement mit allen Facetten der Textil- und Bekleidungstechnik. Von 2008 - 2013 hatte sie in Hamburg eine Berufungs-Professur für Textiltechnologie mit Schwerpunkt Qualitätsmanagement. Seit 2015 ist sie als Dozentin für verschiedene Hochschul-Zertifikatskurse (IBH Institut für berufl. Hochschulbildung) akkreditiert. Kristina Baldin-Erbe verfügt über umfassende Erfahrung als Ausbilderin, Dozentin und Fachautorin.


Rechtsanwältin Inken Green

geb. 1975, studierte Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg und ist selbstständige Rechtsanwältin, überwiegend im Bereich des Öffentlichen Rechts. Seit 2007 ist sie zusätzlich in freier Mitarbeit für die Firma Globalnorm GmbH in Berlin als Legal Advisor for Regulatory Compliance tätig. Ihr Schwerpunkt liegt hier in der Rechtsberatung im Bereich CE-Kennzeichnung und Produktsicherheit sowie in der Recherche und Überprüfung von internationalen Marktzugangsvoraussetzungen. Für verschiedene Veranstalter hält sie als Referentin Vorträge und Workshops rund um das Thema Internationale Produktsicherheit. Zusammen mit Dipl.-Ing. Michael Loerzer hat sie bereits mehrere Fachbücher geschrieben.


Doris Brandt

Doris Brandt ist staatl. geprüfte Erzieherin sowie systemische Beraterin und seit 2013 als Pädagogische Fachberaterin für Kitas und flexible Betreuungsangebote beim Studierendenwerk Hamburg tätig. Darüber hinaus ist sie seit 2008 Multiplikatorin für die Bildungsleitlinien des Landes Schleswig-Holstein und als VHS-Dozentin in der Berufsqualifizierung "Kindertagespflegepersonen und Fachkräfte für Frühkindpädagogik"aktiv.

Als Kinderschutzbeauftragte, PQ-Sys Qualitätsbeauftragte und interne Auditorin verfügt Doris Brandt über umfassende Praxiserfahrung, die sie als Referentin, Moderatorin und Fachberaterin zum Kinderschutz, pädagogischen Alltag und zur Kompetenzentwicklung von Kindern im Alter 1-6 Jahren anwendet.

 

 


Haben wir Ihr Interesse geweckt?

Preise für diese Veranstaltung:
Standardpreis: 530 Euro
Kundenpreis: 485 Euro
Frühbucherpreis: 503 Euro

Veranstaltungsort

Hermes Hansecontrol

Schleidenstraße 1
22083 Hamburg



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